Biogasprojekt

Einstieg in die Biogasherstellung
Mit den neuen Toiletten werden wir gleichzeitig den Einstieg in die Biogasherstellung zur Erzeugung von Kochgas wagen. Eine Musteranlage wollen wir bauen, um Kochgas aus Fäkalien und evtl. auch aus Biomüll zu gewinnen. Hiermit soll den Dorfbewohnern  gezeigt werden, wie man auch ohne Brennholz und damit einhergehende Schäden für die Umwelt kochen kann.

Konkrete Planung der Biogas-Anlage

Um Biogasanlagen langfristig erfolgreich in einer Region betreiben zu können, sind einige Grundvoraussetzungen wie Sicherheit, Nachhaltigkeit, Effizienz der Einsatzsubstrate sowie Wirtschaftlichkeit notwendig. Für Biogasanlagen in Entwicklungsländern ist zudem ein einfaches und vor allem preiswertes System unabdingbar.

Auf der Suche nach einer solchen Anlage, sind wir auf die Firma DBI – Gastechnologisches Institut GmbH Freiberg aufmerksam geworden. Dort wurde ein neuer Biogasanlagentyp entwickelt, welcher im Vergleich zu klassischen Biogasanlagen in Entwicklungsländern die Investitionskosten erheblich reduziert und zugleich die Biogasausbeuten erhöht.

Als Fermenter dienen handelsübliche Fässer, die nur mit Hilfe der Sonnenwärme auf Arbeitstemperatur und ohne zusätzliche Technik erhitzt werden. Verwendet werden ausgediente Fässer (L-Ringfässer/Spundfässer, Deckelfässer oder Fasstankbehälter) und Rohre sowie weitere, zumeist vor Ort günstig verfügbare Materialien. Auch für den Aufbau dieser Fass-Biogasanlage sind zudem nur einfachste Werkzeuge notwendig. Dieses Fass-Biogasanlagekonzept wird seit 2011 erfolgreich auf Haiti erprobt.

Vorteile des Fass-Biogasanlage-Systems:

  • Viel geringere Investitionskosten als vergleichbare Biogasanlagen in Entwicklungsländern
  • 50 % höhere Biogasausbeuten durch direkte Sonnenanstrahlung der Fässer
  • Aufbau mit einfachsten Werkzeugen und Materialien möglichen
  • Design bietet hohes Sicherheitsniveau (z.B. Hineinfallen von Personen ausgeschlossen)
  • Die verwendeten Materialien sind sehr langlebig
  • Geringe Instandhaltungskosten
  • Wartungsarbeiten (z.B. Gärraumreinigung) sind einfach möglich
  • Keine zusätzliche Heizsysteme für die Biogasanlage notwendig

Fasstankbehälter sind mit deutlich weniger Aufwand für die Biogaserzeugung verwendbar, da nur die Substratein- und Substratausbringrohre angeschlossen werden müssen. Aufgrund der niedrigen Kosten und des hohen Nutzens (Biogas zum Kochen, Gärreste als Dünger) werden wir versuchen, dieses Konzept in andere Haushalte in der Region zu übertragen. Um eine ausreichend hohe Biogasproduktion (Kochen) für einen Haushalt zu gewährleisten, sind Gärvolumina von mindestens 1 m³ notwendig.